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Blog Details for "Literatur-Blog"
Literatur-Blog![]() Literatur-Blog Literatur-Blog des Autors Christian von Kamp. In dem Literatur-Blog gibt der Schriftsteller Informationen ueber seine Buecher und laesst die Leser teilnehmen an der Entstehung seiner Romane. Sie koennen bei der Roman-Gestaltung in diesem Literatur-Bl Articles
Ein Roman entsteht, Teil 1,32
2007-11-30 06:23:00 Amadeus konnte offenbar seine Neugierde kaum bezähmen. „Was ist das?“ fragte er einen neben ihm sitzenden Mann und deutete dabei auf die leuchtende Kugel.„Das, werter Herr“, sprach dieser freundlich, aber doch mit einer Spur von Distanz, „ist unser Kristall der Gemeinschaft, um den herum wir uns gerne zum Gedankenaustausch versammeln.“„Zum gemütlichen Plaudern also?“ hakte ich ein.„Auch. Mehr aber noch zur gegenseitigen Vermehrung unseres Wissens.“Ich hätte gerne weitergefragt, doch in diesem Moment zogen eine Frau und ein Mann meine Aufmerksamkeit auf sich, die soeben die Mulde betraten, beide hoch an Jahren und in dunkelblaue Togen gehüllt, über die ihr langes, schlohweißes Haar fast bis zu den Hüften hinabwallte. Die anderen wichen scheu vor ihnen zurück, um ihnen den Weg zu uns frei zu machen. Wir erhoben uns, sie zu begrüßen, und sie erwiderten höflich unseren Gruß. Dann gaben sie ein Zeichen, und auf großen Baumscheiben trugen je zwei Männer S... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,31
2007-11-18 09:10:00 Nachdem wir etwa eine halbe Stunde unterwegs gewesen waren, stießen wir hinter einem Hügel unvermittelt auf eine menschliche Siedlung. Doch vor unseren Augen erhoben sich keine Hochhäuser, zwischen denen Luftfahrzeuge dahinschwebten, sondern da standen einfache, kleine Häuschen aus Baumaterialien, die organischen Ursprungs zu sein schienen, und auf den schlichten Wegen zwischen ihnen spazierten, nein wandelten Männer, Frauen und Kinder, die nicht etwa silberfarbene Overalls trugen, sondern lose Stoffe in Toga-Form umgehängt hatten, die in den unterschiedlichsten Farben leuchteten. Man nahm uns überrascht zur Kenntnis, aber mit gefaßter Überraschung. Einige Leute kamen uns entgegen, etwa zehn Erwachsene, begrüßten uns freundlich und fragten uns nach unserem Begehr. Erfreut stellte ich fest, daß sie in der mir schon bekannten Sprache redeten, wenn auch in einem anderem Dialekt. Nachdem einige Höflichkeiten ausgetauscht waren, luden sie uns zu einem Mahl in der „Stadtmul... More About: Roman
Zwischenbemerkung: So etwas kommt vor
2007-11-11 21:47:00 Nun ist es passiert: Im vorletzten Kapitel versuchte man zu dritt, dem Ersten Reich zu entfliehen, und nun sind es auf einmal vier Personen, weil es sich im Lauf der Entwicklung der Story eben anders ergeben hat und dies dem Autor inzwischen als bessere Lösung erscheint. Aber das ist nicht weiter schlimm, diese Unstimmigkeit wird dann eben bei den Korrektur-Durchgängen ausgemerzt. Zum Glück sind in diesem Fall nur geringe Umschreibungen erforderlich.
Ein Roman entsteht, Teil 1,30
2007-11-11 21:45:00 Und dann saß ich wieder in meiner „Zelle“. Tag um Tag verging, ohne daß ich einen Menschen sah; das Essen kam mehrmals täglich von der Decke herab. Wenn ich auch niemanden zu Gesicht bekam, so war ich mir doch sicher, die ganze Zeit über beobachtet zu werden.Eines nachts rüttelte jemand mich wach. Es war Gua, sie saß am Rand meines Bettes. Ich wollte ihr wütend Vorwürfe machen, da wurde mir im dämmerigen Deckenlicht bewußt, wie traurig sie dreinschaute. Ich setzte mich auf, und sie nahm meine Hände in die ihren und führte sie an ihre Stirn.„Es tut mir furchtbar leid, was mit dir geschehen ist!“ beteuerte sie mir. Sie seufzte. „Ich glaube, ich habe falsch gehandelt“, gestand sie mir. Vielleicht kann ich es wiedergutmachen. Bitte flieh! Ich werde dir die Wand öffnen. Diesmal ist es kein wissenschaftlicher Versuch, das kannst du mir glauben!“ Sie sah mich flehentlich an.Ihre Worte besänftigten mich sofort und versöhnten mich mit ihr. „Wenn ich fliehe – ... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,24
2007-09-05 20:12:00 Neues Kapitel: Bericht von Amadeus PrinzNachdem wir mit der Bundeswehrmaschine auf Bali gelandet waren, stieg ich in einen bereitstehenden Hubschrauber, der mich auf die Nachbarinsel Java flog. Er landete in der Tengger-Hochebene unweit des Örtchens Sukapura, zu dem mich ein Jeep beförderte. Das Hotel, das ich dort bezog, sollte der Ausgangspunkt für meine zukünftigen Recherchen sein.Wir hatten uns diese Gegend im Osten Javas ausgesucht, weil uns hier die Wahrscheinlichkeit, den Goldenen Schlüssel zu finden, am größten zu sein schien, denn im Tengger-Nationalpark erheben sich die eindrucksvollsten der zahlreichen Vulkane der Insel. Ich konnte kaum schlafen, so aufgeregt war ich wegen des bevorstehenden Abenteuers.Am folgenden Morgen brach ich sehr früh auf. Ein Fremdenführer aus dem Ort begleitete mich, und nach kurzer Fahrt erreichten wir einen hochgelegenen Aussichtspunkt. Als die Sonne aufstieg und den Himmel in Flammen setzte, bescherte ihr Licht uns einen phantastische... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,23
2007-08-25 22:16:00 Mels beste Freunde, Ru-Pell-Still und Doon-Roes, durften uns in der Wohnung besuchen. Sie waren begierig darauf zu erfahren, weshalb man uns hier festhielt, und wir erzählten es ihnen in allen Einzelheiten. Anscheinend hatte die Stadtregierung nichts dagegen, daß wir uns ihnen gegenüber frei äußerten und somit auch über unser Verbrechen sprachen, denn es wäre ihr ein Leichtes gewesen, jeden Kontakt zu unterbinden oder unsere Gespräche zu kontrollieren. Ru, von Beruf ebenfalls Lehrer, kam schließlich auf die Idee, wie uns möglicherweise geholfen werden könne: Wir sollten in das tiefergelegene Reich fliehen, in dem wir vor dem Zugriff unserer Staatsgewalt sicher seien. „Ihr wolltet ja wohl ohnedies dorthin, um das Buch zu suchen.“„Und wie stellst dir das vor?“ fragte Doon ihn. „Zum einen stehen sie unter Arrest, zum anderen weiß keiner von uns, wie er überhaupt in das legendäre Zweite Reich gelangen kann. Wo ist der Zugang?“Ru kratzte sich am Kopf. „Die Bef... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,22
2007-08-19 09:59:00 Mel wurde ernst. „Nachdem ich den Tod meiner Eltern einigermaßen überwunden hatte, wollte ich erfahren, was es mit der Höhle der Unpassenden auf sich hatte. Mein Pflegevater war mittlerer Regierungsangestellter und zuständig für die Archivverwaltung. Er nahm mich gelegentlich in den Schulferien mit in sein Büro. Dort stieß ich eines Tages, neugierig wie ich bin, auf eine Akte, die wohl versehentlich nicht weggeräumt worden war. Ich durchblätterte sie und stieß dabei zufällig auf Informationen über den Geheimen Saal. Es war eine Sache weniger Sekunden, mir Lageplan und Zugangscode einzuprägen. In dem Moment nahm ich mir vor, eines Tages diesen Ort aufzusuchen, um Unterlagen über jene Höhle zu finden. Da hörte ich, wie mein Onkel zurückkehrte, schlug schnell die Akte zu, wobei einige Folienseiten einrissen, lief zur durchsichtigen Wand und tat, als schaute ich hinaus. Ob mein Onkel etwas bemerkt hatte, weiß ich nicht. Wegen der Beschädigung der Akte bekam er jedoc... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,21
2007-08-11 10:33:00 „Ich bleibe bei dir, allezeit“! Damit beendete sie unser Gespräch.Bisher hatte ich auf meiner Suche viel Glück gehabt. Doch in breitete sich der Gedanke aus, daß das Leben nicht immer so will, wie man es sich wünscht.Neues Kapitel: 347-11.324Ob wir endlich den Abstieg gefunden haben? Heute nacht, wenn es dunkelt, wollen wir es wagen. Die bisherigen Zugänge zum zweiten Reich, die im Plan eingezeichnet waren, haben sich als verschlossen erwiesen.Seit Beginn unserer Flucht sind wir genötigt, im Freien zu lagern. Ausgerechnet jetzt hat die kältere Jahreszeit eingesetzt, und nachts, wenn wir im Schutz der Dunkelheit weiterziehen, regnet es sogar. Tatsächlich kaum zu glauben: In der Höhle gibt es Jahreszeiten – wenn auch künstlich erzeugte. Offenbar eine Maßnahme, die zum Erhalt der „Natur“, der Wälder und Wiesen, erforderlich ist. Seit gestern sind wir zu dritt: Amadeus Prinz ist überraschenderweise zu Mel und mir gestoßen. Auch er befindet sich auf der Flucht.Doc... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,20
2007-08-04 10:39:00 Sie erblickten mich und winkten mir tröstend zu. Nie werde ich ihre tieftraurigen Augen vergessen. Ich rannte hin, doch das Fahrzeug startete, ehe ich ankam, und so konnte ich nur hilflos hinterherschauen.“ Mel schwieg, Tränen traten in ihre Augen. Ich nahm ihre Hände und streichelte sie.„Die Höhle der Unpassenden. Wir alle hatten gerüchteweise von ihr gehört, doch keiner aus dem Stadtvolk kannte sie wirklich. Man erfuhr nur, es handele sich um eine kleinere Höhle, in die jene Menschen gebracht wurden, die die Sicherheit des Landes bedrohten. Ob es nur einige wenige waren oder aber eine große Zahl – keiner meiner Bekannten wußte es. Bis zu jenem Tag, als das schreckliche Unglück geschah. Niemand hatte überhaupt mit der Möglichkeit gerechnet. Meine Eltern lebten erst seit elf Tagen in Verbannung, mich hatte man in einer Pflegefamilie untergebracht, da ereilte uns die Nachricht, ein Erdstoß habe ein riesiges Loch in jene Höhle gerissen, das Meerwasser sei hineinges... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,19
2007-07-28 08:40:00 In knappen Worten berichtete Mel: Ihr Volk, das vor fast 11.500 Jahren beschlossen hatte, sich in ein Gebiet unter der Meeresoberfläche zurückzuziehen, zählte vor dieser Zeit dank seiner technischen Fähigkeiten zu den wohlhabendsten der Erde. Schon seit tausenden von Jahren hatte man auf den Inseln (bei denen es sich, wie ich aufgrund der Schilderungen erkannte, um Sumatra, Java und Borneo handeln mußte) gelebt, ohne daß große kulturelle Änderungen stattfanden. Die Technik hatte man von einer Nation geerbt, die damals schon seit langem bestanden hatte und eines Tages aus unerklärlichen Gründen ausgestorben war. Anfang zeigte man sich an der Anwendung der Technik wenig interessiert, besaß auch nicht den geringsten Sinn für Begriffe wie Fortschritt und Weiterentwicklung. Eine Naturkatastrophe, bei der vor allem Erdbeben und Vulkanausbrüche viele Menschenleben kosteten, zwang jedoch dazu, die Technik endlich anzuwenden und überkuppelte Städte zu erbauen, die von nun an d... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,18
2007-07-22 09:41:00 Denn von unten wie von oben näherten sich der Raummitte jeweils drei durchsichtige, von Drähten getragene bzw. gehaltene Platten oder Scheiben von etwa zwanzig Metern Durchmesser, die durch Treppchen miteinander verbunden waren und auf denen unbewegt zwei Dutzend Akteure in reich verzierten, farbenprächtigen Gewändern posierten. Als ein zweiter Paukenschlag erklang, begannen sie, sich zu bewegen, und nun entspann sich ein faszinierendes Schauspiel, bei dem Rezitation und Gesang, Handlung und Töne miteinander abwechselten und sich ergänzten. Die Gespräche waren in ihrer schnellen Form von Rede und Gegenrede, Frage und Antwort, in dem wechselseitig aufgenommenen und reihum gehenden Wort kunstvoll verflochten und durch ihre für meine Ohren ungewöhnliche Betonung und Lautmalerei von einer Dynamik und Spannung, die selbst mich, der ich wegen seiner künstlerischen Fassung nur wenig von dem Text verstand, in den Bann zogen. Zwischendurch erschollen seltsame Ausrufe, die ich am eh... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,17
2007-07-16 06:41:00 Denn von unten wie von oben näherten sich der Raummitte jeweils drei durchsichtige, von Drähten getragene bzw. gehaltene Platten oder Scheiben von etwa zwanzig Metern Durchmesser, die durch Treppchen miteinander verbunden waren und auf denen unbewegt zwei Dutzend Akteure in reich verzierten, farbenprächtigen Gewändern posierten. Als ein zweiter Paukenschlag erklang, begannen sie, sich zu bewegen, und nun entspann sich ein faszinierendes Schauspiel, bei dem Rezitation und Gesang, Handlung und Töne miteinander abwechselten und sich ergänzten. Die Gespräche waren in ihrer schnellen Form von Rede und Gegenrede, Frage und Antwort, in dem wechselseitig aufgenommenen und reihum gehenden Wort kunstvoll verflochten und durch ihre für meine Ohren ungewöhnliche Betonung und Lautmalerei von einer Dynamik und Spannung, die selbst mich, der ich wegen seiner künstlerischen Fassung nur wenig von dem Text verstand, in den Bann zogen. Zwischendurch erschollen seltsame Ausrufe, die ich am eh... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,16
2007-07-08 09:40:00 Neues Kapitel: 33511-324„Das sind Doon-Roes, meine Freundin, und ihr Mann Ru-Pell-Still“, stellte Mel mich ihren Freunden vor. Wir begrüßten einander durch den hier üblichen Ohrenkuss. Doon, kleiner, kräftiger und mit kürzerem Haar als Mel, sah mich „Alien“ scheu an, Ru schaute mir fest ins Auge, aber auch hinter seinem männlichen Blick spürte ich Unsicherheit. Die anfängliche gegenseitige Befangenheit hielt jedoch nicht lange an, vielmehr lachten wir bald aus vollem Hals über alle möglichen Kleinigkeiten. Schon seit längerem ist mir aufgefallen, daß die meisten Höhlenmenschen voller Fröhlichkeit durchs Leben gehen.Wir standen, gemeinsam mit vielen anderen, auf dem großen Platz vor dem Theater – einfachheitshalber nenne ich das große kegelförmige Gebäude so, da in ihm Schauspiele ähnlich den unseren aufgeführt werden. Immer wieder schaute der eine oder die andere verstohlen zu mir, dem Fremden mit dem ungewöhnlichen Gesicht, hin – natürlich hatte si... More About: Roman
Zwischenbemerkung: Wie geht's weiter?
2007-07-01 19:09:00 Krankheitsbedingt gab es eine längere Pause. Aber jetzt geht es weiter.Zunächst las ich mir den bisherigen Text erneut von Anfang an durch. Dabei stellten sich mir einige Fragen zum Fortgang der Geschichte. Daß sie sich nicht so friedlich fortentwickeln kann wie bisher, ist klar und wurde bereits angedeutet. Sonst wäre es auf Dauer auch langweilig. Es muß zum Konflikt kommen. Das ist die Hauptlinie.Es gibt zwei Nebenlinien, die Geschichten der beiden anderen "Prinzen". Sie können nicht dieselbe Bedeutung erhalten wie die Geschichte des Ich-Erzählers, das folgt aus dem Beginn des Romans. Da nicht angedeutet werden soll, welche Entwicklung die Story nimmt, sollte der Erzähler nicht zu früh "allwissend" werden und die Erlebnisse der anderen "Prinzen" berichten können. Andererseits dürfen die beiden nicht zu lange aus dem Spiel bleiben, sonst vergißt man sie. More About: Chen , Kung
Ein Roman entsteht, Teil 1,15
2007-06-08 20:14:00 Als es draußen dunkelte und die Decken der Räume stärker zu leuchten begannen, kehrte Mel zurück. Sie nahm mich bei der Hand und führte mich zur Fernseh-Kugel, in der sie mir zeigte, was sie tagsüber gemacht hatte: Ich sah ungefähr zwanzig Kinder im Alter von neun, zehn Jahren im Kreis um sie herum sitzen, denen sie etwas erzählte, das ich naturgemäß nicht verstand. Es konnte sich hierbei nur um die Unterrichtung von Schülern handeln; demnach war Mel Lehrerin, wohl auch Beamtin, wenn es hier ein derartiges Dienstverhältnis gab.Nach dem Abendessen, das aus Meeresfrüchten bestand, zog ich mich bald in „mein“ Zimmer zurück, denn ich war müde. Ich schlief sehr schnell ein und träumte lebhaft, wie ich, in der Gestalt eines Ritters in goldener Rüstung, gegen einen furchtbaren Drachen kämpfte. Schließlich besiegte ich ihn; in dem Moment, als er sterbend zu Boden sank, verwandelte er sich in Ulrike.Bereits am folgenden Morgen begann Mel, mich in ihrer Sprache zu unter... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,14
2007-06-03 07:19:00 Neues Kapitel: 328-11.324Vor dem Haus spielen wieder einige Kinder. Mir kommt es ungewöhnlich vor, daß sie so oft herschauen, als ob sie uns insgeheim beobachteten. Vielleicht sehe ich einfach nur Gespenster, vielleicht sind sie nur neugierig wegen des „Mannes aus der anderen Welt“.Täglich mehrere Stunden lerne ich die Sprache in Wort und Schrift, und tatsächlich können Mel, wie ich sie kurz nenne, und ich uns schon einigermaßen flüssig miteinander unterhalten. Es liegt sicher daran, daß Sprachenlernen mir immer schon leicht gefallen ist – weshalb ich als Beamter regelmäßig ausländische Delegationen begleiten und sie durch unsere Ämter führen mußte –, aber vielleicht noch mehr an Mels Begeisterung, wenn sie mir ihre Muttersprache beizubringen versucht. In einigen Tagen will sie mir einige ihrer Freunde vorstellen, und sie möchte mir sobald als möglich – sobald ich mit der Sprache „soweit bin“ – ihre Stadt zeigen. Bisher habe ich mich nur in ihrer Wohn... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,13
2007-05-29 06:47:00 Als wir die Stadt betraten, war mir doch ganz schön mulmig zumute. Schon nach kurzem begegneten wir Menschen, die uns neugierig nachschauten, alle schlank und hochgewachsen, mit asiatischen Gesichtszügen und silberfarben bekleidet. Übrigens fühlte der grünliche Straßenbelag sich beim Gehen nicht hart wie Stein oder Asphalt an, sondern eher elastisch, als bestünde er aus Gummimasse. Als ich versehentlich gegen eine metallisch aussehende Hauswand stieß, kam mir auch diese zu meinem Erstaunen angenehm nachgiebig vor. Fenster in den mir bekannten Formen erblickte ich nicht, dafür waren die Wände teilweise transparent, in der Regel in der Form von etwa einem Meter breiten Streifen, die jeweils um das ganze Haus herumliefen, so daß die Mauern schichtweise durchsichtig und undurchsichtig waren.Nach etwa zehn Minuten erreichten wir ein Gebäude, in dem ich nach der Anzahl der wechselweisen Schichten etwa acht Stockwerke vermutete. Man kann sich meine Verblüffung vorstellen, als ... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,12
2007-05-19 08:09:00 Neues Kapitel: 327.11.324Beim Lernen der Sprache der Tiefgründler, wie sie sich nennen, oder kurz Gründler, mache ich gute Fortschritte. Seit wenigen Tagen befasse ich mich mit Zahlen und mit der Geschichte dieses Volks. Ai-Rena ist mir dabei überaus behilflich. Kürzlich erfuhr ich, daß man hier weder Wochen noch Monate kennt, sondern nur Tage und Jahre; wir haben heute den 327. Tag des Jahres 11.324. Diese Zeitrechnung begann, als die Übersiedlung hierhin abgeschlossen war und man sprichwörtlich „die Luken dicht machte“.Doch nun weiter in meinem Bericht:Erst nach mehreren Stunden gelangte ich bei der Stadt an; es war anstrengend gewesen, sich in der Dunkelheit durch die weglose Landschaft fortzubewegen. Müde und erschöpft, wollte ich jetzt einfach nur noch schlafen. Daher suchte ich in einen nahen Wäldchen, nur etwa hundert Meter von den ersten Häusern entfernt, ein Versteck, wo ich für einige Stunden Kraft schöpfen konnte.Bei Anbruch des Tages wachte ich auf. War ... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,8
2007-04-25 07:26:00 Übrigens durfte Ulrike trotz ihres Wunsches nicht mitfliegen, nicht zuletzt aus reisekostenrechtlichen Gründen, vor allem aber, weil Gemahlinnen, Bräute, Prinzessinnen und vergleichbare Frauen erfahrungsgemäß Prinzen auf ihren Ausritten nicht begleiten.NEUES KAPITELEndlich ist es mir gelungen, ein Material zu finden, das dem Papier der Oberflächler entspricht und daher wie dieses beschrieben werden kann. Schreibstifte hatte ich mir schon vor etwa zwei Wochen (Oberflächlerzeit) mit meinem Taschenmesser aus halbverkohltem Hartholz geschnitzt. Es ist nicht einfach, damit zu schreiben, und alleine für diese wenigen Wörter habe ich etwa zehn Minuten benötigt, aber mit ein wenig Übung werde ich schneller werden.Die Menschen hier zeigen sich mir gegenüber freundlich und friedvoll. Sie lassen mir alle Freiheiten, ich darf tun, was ich will, solange ich niemandem schade. Nur eines ist mir ausdrücklich und eindringlich verboten, und gerade danach sehne ich mich so sehr …Do... More About: Roman
Zwischenbemerkung: Unstimmigkeit; Utopie
2007-04-23 08:43:00 Beim Nachdenken über die Story fiel mir folgende Unstimmigkeit auf: Beim ersten Besuch im Ministerium zeigt sich der Ich-Erzähler, Prinz „Krake“, noch skeptisch gegenüber dem „märchenhaften“ Vorhaben der Fachleute. Kurz darauf schon arbeitet er mit Eifer an der Lösung der fabelhaften Aufgaben, ist also anscheinend von ihrer Richtigkeit überzeugt. Auf den ersten Blick scheint sich das zu widersprechen. Es muß aber keineswegs ein Widerspruch sein, „Krake“ kann ja inzwischen überzeugt sein, durch eigene Einsichten oder fremde Einflüsse. Nur: das sollte in der Story auch ausgesprochen werden, es besteht eindeutig ein Erklärungsbedarf. Solche erforderlichen Änderungen/Ergänzungen nehme ich in der Regel erst im zweiten Durchgang vor.Prinz „Krake“ wird sich in Kürze in einer ihm ganz unbekannten Welt wiederfinden. Hier sollen noch keine Einzelheiten genannt werden, vielmehr einige der Fragen angesprochen, die sich hier stellen: Aus dem Ansatz des Romans ergibt ... More About: Chen , Kung
Ein Roman entsteht, Teil 1,7
2007-04-20 08:50:00 „Gestern abend rief mich meine Schwägerin aus Frankfurt an: Mein Bruder Hans hatte einen Verkehrsunfall gehabt und war dabei schwer verletzt worden. Ich nehme den nächsten Flieger, und heute morgen suche ich Hans im Krankenhaus auf. Wegen einer Schädelverletzung befindet er sich im Koma. So sitze ich schweigend am Bett des frisch Operierten in der Intensivstation. Auf einmal hebt er seinen Arm, und mir kommt es so vor, als wiese sein Zeigefinger in eine bestimmte Richtung. Ich könnte schwören, er ist nicht bei Bewußtsein. Jedenfalls folge ich mit meinen Augen dem Finger, er weist aus dem Fenster hinaus, und gegenüber sehe ich in einem Krankenraum einen Fernseher laufen. In diesem Moment tritt ein Arzt ein und bittet mich, die Station zu verlassen; wegen meines Bruders solle ich mir keine Sorgen machen, er werde es wohl schaffen. Ich gehe in das Zimmer mit dem Fernseher, es ist menschenleer. In den TV-Nachrichten berichten sie gerade über den Ausbruch des Vulkans Bromo auf ... More About: Roman
Ein Roman entsteht, Teil 1,5
2007-04-11 08:44:00 NEUES KAPITELElf Mal hatten Amadeus, Ananda und ich uns bereits im „Saal der Zukunft“ getroffen; an elf Tagen hintereinander waren wir hier zusammengekommen, um uns Gedanken über unsere Aufgaben und deren mögliche Lösung zu machen. Uns zur Seite standen mehr als zwanzig Fachleute, die uns beraten sollten, darunter Psychologen, Geologen, Mediziner, Märchenkundler und Klimaforscher, außerdem für Hilfsdienste einige Angestellte des Ministeriums. Wir alle waren zu größter Verschwiegenheit verpflichtet. Trotz intensiven Brainstormings, des Ankreuzens tausender von Multiple-Choice-Fragen, der Auswertung Dutzender Rorschach-Tests und stundenlanger Märchen-Diskussionen kamen wir jedoch keinen Schritt weiter.Am Abend des elften Tages, wir saßen alle verzweifelt grübelnd und ausgelaugt in unseren Sesseln, schlug ich vor, einen Tag Pause einzulegen und einfach auszuspannen. Der Vorschlag wurde nach zweistündiger Debatte angenommen.Am nächsten Morgen schlenderte ich, nachdem ic... More About: Roman
Zwischenbemerkung: Zurück
2007-04-10 06:24:00 Bin soeben aus dem Osterurlaub zurückgekehrt. Jetzt geht's weiter. More About: Chen , Kung
Ein Roman entsteht, Teil 1,4
2007-04-03 09:47:00 Ich wagte eine Frage. „Das hört sich ja erschreckend an, aber – weshalb erzählen Sie uns das, was haben diese beiden Herren und ich damit zu tun?“„Sie drei sind dazu ausersehen, die Welt zu retten!“ Da stand sie im Raum, die ungeheuerliche Antwort, die wir nun zu verdauen hatten. „Liszt“ blieb der Mund offen, und sogar der „Asket“ schaute ungläubig aus der Wäsche. Auch ich konnte es nicht fassen und hakte daher nach: „Wie soll das gehen? Wir drei sind Beamte, keine Übermenschen, keine Genies, keine Helden!“ Und, mit einem Blick zu den anderen, schränkte ich ein: „Zumindest ich bin es nicht.“„Sie, Herr Prinz, Sie, Herr Prinz, und Sie, Herr Prinz,“ – Frau Zwerchnase schaute uns nacheinander streng an – „gehören nach unseren statistischen Auswertungen zu den Menschen mit der größten Phantasie, jedenfalls in Deutschland. Weiterhin ist jeder von Ihnen ein Prinz, und nach Ansicht führender Märchenautoritäten wie Grimm, Hauff, Bechstein oder ... More About: Roman |




